Eigenständiger BegriffKoordinationsansatzKapitel II · Kommunikation · Baustein 16 von 23

Orchestrierung

Orchestrierung macht Ablaufwissen und Fortschritt explizit.

  1. ProzesszustandSpeichert bestätigten Fortschritt und offene Arbeit.
  2. BefehlFordert genau einen Teilnehmer zu einer lokalen Aktion auf.
  3. KlärzustandHält unbekannte oder nicht kompensierbare Ergebnisse sichtbar.

Einordnung

Warum das wichtig ist

Ihr Nutzen liegt in sichtbarer Steuerung bei Fehlern und Neustarts.

Die verteilte Saga ist eine hypothetische Variante; aktuell laufen sieben Module gemeinsam mit einer Datenbank.

Shop-Beispiel · Ablaufsteuerung vergleichen

Wer steuert den nächsten Schritt?

Der aktuelle Shop verarbeitet B-1042 als modularer Monolith mit sieben Modulen und gemeinsamer Datenbank: Bestand reservieren, Zahlung autorisieren, Bestellung bestätigen, Versand beauftragen. Die Visualisierung vergleicht dafür eine hypothetisch verteilte Saga mit zentralen Befehlen und Ereignisreaktionen. Eine Versandablehnung führt zu ausdrücklich entworfenen Fachoperationen: Bestellung stornieren, Autorisierung stornieren und Bestand freigeben.

So liest du das Bild

  1. Prozesszustand Orchestrator besitzt Reihenfolge und nächsten Übergang
  2. Befehl Pfeil vom Orchestrator zum zuständigen Fachmodul
  3. Klärzustand Fehlerpfad mit Stornierung, Freigabe und offenem Zahlungsausgang
Aktueller ShopModularer Monolith · sieben Module · eine gemeinsame Datenbank

Hypothetische Variante Verteilte Saga für Bestellung B-1042

Ablauf läuftB-1042 · Status dieses vereinfachten Lernablaufs

OrchestrierungAblaufbesitz: Orchestrator

Ein Koordinator besitzt Reihenfolge und Prozesszustand.

Bestellungeigenes Fachmodul
Lagereigenes Fachmodul
Zahlungeigenes Fachmodul
Versandeigenes Fachmodul
KoordinatorBestellablauf
TeilnehmerLager

Schritt 1 von 4

Bestand reservieren

Bestellung B-1042 über zwei Tassen ist angelegt.

EntscheidungsortOrchestrator bestimmt den nächsten Übergang. Bestellung besitzt Auftrag und Startentscheidung.

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Wechsle zwischen zentralen Befehlen und verteilten Ereignisreaktionen. Der Fehlerpfad zeigt Kompensationen als neue Fachoperationen.

Nutzen & Grenzen

Hilft, wenn

  • Ablaufreihenfolge und Gesamtstatus müssen zentral sichtbar sein.
  • Viele Fehlerpfade oder Kompensationen brauchen eine explizite Steuerung.
  • Ein Team verantwortet die Ablaufänderung über mehrere Teilnehmer.

Grenzen

  • Der Orchestrator kann zu einem eng gekoppelten Fachmonolithen werden, wenn er Teilnehmerregeln übernimmt.
  • Sein Zustand und seine Verfügbarkeit werden Teil jedes koordinierten Ablaufs.
  • Zentrale Sichtbarkeit ersetzt keine atomare Transaktion über Teilnehmer.

In der Praxis

  1. Modelliere Rückgabe, Wareneingang, Erstattungsfreigabe und Auszahlung als dauerhafte Zustände. Zeige, welcher Schritt nach einem Neustart ausgeführt wird.
  2. Simuliere einen Timeout nach möglicher Erstattungsbuchung. Halte den Ausgang offen, bis eine Statusabfrage oder ein idempotenter Wiederholungsversuch ihn klärt.
  3. Prüfe, ob zentrale Ablaufübersicht die zusätzliche Laufzeitabhängigkeit rechtfertigt. Definiere Hochverfügbarkeit und Migration des Orchestratorzustands.
Ausführliche Erklärung lesen

Der Orchestrator sendet einen Befehl, wartet auf ein korreliertes Ergebnis und speichert den Übergang dauerhaft. Nach einem Neustart setzt er am offenen Schritt fort statt den Ablauf aus flüchtigem Speicher zu rekonstruieren.

Timeout, unbekanntes Ergebnis und fachliche Ablehnung sind verschiedene Zustände. Kompensation ist eine neue fachliche Aktion und kann selbst scheitern; manuelle Klärung bleibt ein ausdrücklicher Endzustand.

Saga ordnet lokale Transaktionen und Kompensationen. Partielle Ausfälle erklären unbekannte Ergebnisse über Prozessgrenzen.

Selbst prüfen

Teste dich in drei Stufen

  1. AblesenIm Bild nachsehen

    Woran erkennst du den zentralen Ablaufbesitz?

    Lösung mit Begründung ansehen

    Jeder Übergang startet beim Orchestrator; die Fachmodule entscheiden weiterhin über ihre lokale Aktion.

  2. AnwendenAuf eine neue Lage übertragen

    Welche Arbeit entsteht nach der Versandablehnung?

    Lösung mit Begründung ansehen

    Der Orchestrator stößt Bestellstornierung, Zahlungsstornierung und Bestandsfreigabe als eigene, idempotente Fachoperationen an.

  3. BewertenEine Alternative abwägen

    Wann übernimmt der Orchestrator zu viel?

    Lösung mit Begründung ansehen

    Sobald er Zulässigkeit und Daten der Fachmodule statt Reihenfolge, Korrelation und Prozessstatus entscheidet.