Eigenständiger BegriffMethodeKapitel I · Domäne · Baustein 4 von 18

Event Storming

Nutze Event Storming, wenn Beteiligte ein gemeinsames Bild komplexer Abläufe benötigen. Das Board strukturiert das Gespräch und macht Unsicherheit diskutierbar.

  1. EreignisFachliche Ereignisse werden entlang eines konkreten Falls geordnet.
  2. FrageStrittige Begriffe und Regeln bleiben als offene Fragen sichtbar.
  3. ValidierungEin weiterer Fall prüft die Ablaufhypothese mit Fachleuten.

Einordnung

Warum das wichtig ist

Fachliche Ereignisfolgen kollaborativ erkunden und validierbare Modellfragen ableiten.

Workshopformat zur fachlichen Erkundung; Moderation, Zeitrahmen und Validierung gehören zur Anwendung.

Shop-Beispiel · Zuordnung

Vom Ablauf zur validierten Hypothese

Der Shopfall betrachtet sieben Module in einer gemeinsam ausgelieferten Anwendung. Der Zahlungsanbieter bleibt extern.

So liest du das Bild

  1. Ereignis Ereignisspur
  2. Frage Konfliktmarker
  3. Validierung Fallprüfung
Vom Ablauf zur validierten Hypothese
KriteriumSchrittZweck
BoardarbeitEreignisse ordnenKonflikte festhalten
FallprüfungAnnahme benennenAblauf validieren
Die Matrix zeigt, wie Beobachtung zu geprüfter Erkenntnis wird.

Nutzen & Grenzen

Hilft, wenn

  • Fachleute und Entwicklung benötigen ein gemeinsames Bild eines bereichsübergreifenden Ablaufs.
  • Ausnahmen, Zustandswechsel oder Begriffe sind zwischen Teams strittig.

Grenzen

  • Eine unklare Erkundungsfrage oder zu viele Teilnehmende können das Board überladen; begrenze den Umfang und timeboxe Abschnitte.
  • Ereignisse bleiben Modellhypothesen, bis Fachleute sie validieren; daraus folgt keine automatische technische Modulgrenze.

In der Praxis

  1. Beginne mit einer konkreten Kundensituation und lade Personen ein, die Ablauf und Ausnahmen kennen. Vereinbare eine Erkundungsfrage, die in der Sitzung beantwortet werden soll.
  2. Sammle beobachtbare Ereignisse in einheitlicher Vergangenheitsform. Halte Streitpunkte sichtbar fest und kläre sie anhand eines konkreten Falls statt durch Abstimmung.
  3. Prüfe die entstehende Ablaufhypothese mit einem zweiten Szenario. Überführe validierte Regeln in Modell und Tests und weise offenen Fragen eine verantwortliche Person zu.
Ausführliche Erklärung lesen

Die Gruppe notiert fachliche Ereignisse in Vergangenheitsform auf einer gemeinsamen Fläche. Sie ordnet diese entlang eines vermuteten Ablaufs, ergänzt Auslöser, Entscheidungen und externe Beteiligte und markiert Widersprüche. Das Board hält Beobachtungen fest und zeigt zugleich, wo die Gruppe noch Hypothesen bildet.

Die Moderation nutzt konkrete Fälle, um Begriffe und Regeln zu prüfen: Welche Bedingung löst einen Schritt aus? Welche Ausnahme gibt es? Wer kann einen Status bestätigen? Bestätigte Erkenntnisse gehen in Modell, Tests oder Architekturentscheidungen ein. Das Workshopbild selbst legt keine technischen Grenzen fest.

Die validierten Begriffe führen in das Domänenmodell; mögliche Grenzen prüft das Team als Bounded Context.

Selbst prüfen

Teste dich in drei Stufen

  1. AblesenIm Bild nachsehen

    Welche zwei Ereignisse stehen im Fall nacheinander?

    Lösung mit Begründung ansehen

    „Zahlung angefragt“ und „Zahlung autorisiert“.

  2. AnwendenAuf eine neue Lage übertragen

    Wie untersuchst du einen zunächst ausbleibenden Zahlungsstatus?

    Lösung mit Begründung ansehen

    Ereignisse, Beteiligte und Wiederholungsfälle ergänzen und mit Fachleuten validieren.

  3. BewertenEine Alternative abwägen

    Wann belegt das Board eine technische Grenze?

    Lösung mit Begründung ansehen

    Allein nie; fachliche Regeln und Verantwortungen müssen zusätzlich geprüft werden.

Weiter im Lernpfad

Als Nächstes in Domänenmodellierung & DDD: Ubiquitous Language.