ArtefaktKapitel III · Dokumentation · Baustein 3 von 6

Sequenzdiagramm

Ein Sequenzdiagramm zeigt beteiligte Akteure und Nachrichten entlang einer gemeinsamen Zeitachse. Es macht Reihenfolge, Antwort und alternative Pfade eines Ablaufs sichtbar.

  1. LebenslinienBeteiligte Akteure als Spuren.
  2. NachrichtenReihenfolge entlang der Zeit.
  3. FehlerpfadZustand bei fehlender Antwort.

Einordnung

Warum das wichtig ist

Welche Nachricht kommt wann und von wem, entscheidet bei Zahlungen über doppelte Belastung oder offene Bestellungen. Ein Sequenzdiagramm macht Reihenfolge und Fehlerpfade sichtbar. Wiederholung und Timeout haben eigene Bausteine.

Dieser Baustein behandelt zeitliche Interaktionen. Timeout vertieft den ungewissen Aufrufausgang; Zustellung erklärt Nachrichtenwiederholung.

Auf einen Blick · Nachrichten in Reihenfolge

Drei Beteiligte tauschen nummerierte Nachrichten aus; die Antwort schließt den Ablauf ab.
Shop-Beispiel · Zeitliche Abfolge

Bestellung und Zahlung mit Klärungspfad

Der Shop reserviert eine Bestellung, autorisiert die Zahlung und bestätigt anschließend den Auftrag. Bei verlorener Antwort fragt er den bestehenden Zahlungsstatus ab.

So liest du das Bild

  1. Lebenslinien Spuren „Bestellung“, „Zahlung“ und „Anbieter“.
  2. Nachrichten Ereignisse von „0 ms: Zahlungsauftrag B-1042 übergeben“ bis „320 ms: Bestellung bestätigen“.
  3. Fehlerpfad Fehlt „280 ms: Autorisierung bestätigt“, bleibt B-1042 unbestätigt.
BestellungZahlungAnbieter

Schritt 1 von 6 · Bestellung → Zahlung

0 ms: Zahlungsauftrag B-1042 übergeben

Bestellmodul übergibt Betrag und Auftragskennung an das Zahlungsmodul.

Das Zahlungsmodul besitzt die Anbieterintegration; Bestellung erhält den bestätigten Status über seinen Modulvertrag.

Nutzen & Grenzen

Hilft, wenn

  • Die Reihenfolge mehrerer Nachrichten kann fachliche Wirkung und Fehlerverhalten prägen.
  • Abbruchpunkte, Bestätigungen und parallele Aktionen profitieren von einer gemeinsamen Ablaufdarstellung.

Grenzen

  • Zeitverhalten wie Latenz zeigt das Diagramm nicht; Laufzeitmessungen ergänzen die Nachrichtenreihenfolge.
  • Ein Diagramm aller Sonderfälle wird unübersichtlich; unabhängige Abläufe getrennt zeichnen, etwa Wiederholung nach Timeout.
  • Es zeigt Ablauf, nicht Aufbau; die Struktur der Bausteine liefert C4.

In der Praxis

  1. Ablauf eingrenzen. Wähle einen Auslöser und ein erwartetes Ergebnis und bestimme, welche Beteiligten dafür notwendig sind. Begrenze alternative Pfade auf die Fragestellung. Das Ergebnis ist ein fokussierter Interaktionsumfang.
  2. Nachrichten und Zustandsänderungen abbilden. Ordne Aufrufe, Antworten und asynchrone Nachrichten zeitlich und kennzeichne fachliche Commitpunkte. Trenne technische Bestätigung von dauerhaftem Ergebnis. Damit wird die Wirkung jeder Nachricht verständlich.
  3. Fehlerpfade prüfen. Ergänze relevante Abbrüche, Wiederholungen und parallele Fälle und gleiche sie mit Implementierung oder Laufzeitbeobachtung ab. Halte ungeklärte Zustände sichtbar. Das Ergebnis ist ein Ablaufmodell, das wichtige Klärungsbedarfe offenlegt.
Ausführliche Erklärung lesen

Ein Sequenzdiagramm ordnet Beteiligte auf Lebenslinien an und zeigt Nachrichten zeitlich von oben nach unten. Antworten, Bedingungen, Wiederholungen und parallele Pfade präzisieren die Interaktion. Es fokussiert zeitliche Interaktionen über Synchrone Kommunikation oder Asynchrone Kommunikation; statische Struktur beschreiben passende Strukturansichten.

Wichtige Zustandsänderungen, Bestätigungen und Persistenzpunkte sollten unterscheidbar sein. Alternative Pfade machen sichtbar, welche Folge ein Fehler oder Abbruch hat. Das Diagramm beschreibt beabsichtigte Reihenfolge; Laufzeiten und tatsächliche Ausführung benötigen andere Nachweise. Ein klar begrenzter Ablauf hält das Diagramm prüfbar; wähle nur Varianten, die für die konkrete Ablaufentscheidung relevant sind. Aktivierungen, Bedingungen und Rückgaben helfen, Verantwortungswechsel zu unterscheiden. Die Darstellung sollte nur die Nachrichtendetails enthalten, die für den untersuchten Ablauf relevant sind. Ein Sequenzdiagramm beschreibt ausgewählte Interaktionen und beansprucht nicht, den gesamten Systemzustand abzubilden.

UML (Unified Modeling Language) ist die Notation, aus der Sequenzdiagramme stammen: Lebenslinien mit Nachrichten in zeitlicher Folge.

Selbst prüfen

Teste dich in drei Stufen

  1. AblesenIm Bild nachsehen

    Welche Lane ruft den Anbieter auf?

    Lösung mit Begründung ansehen

    Die Lane „Zahlung“ sendet bei 20 ms die Autorisierung P-731 an den Anbieter. Bestellung spricht nicht direkt mit ihm.

  2. AnwendenAuf eine neue Lage übertragen

    Die Meldung bei 300 ms an die Bestellung bleibt aus, die Autorisierung steht aber beim Anbieter. Was prüfst du?

    Lösung mit Begründung ansehen

    B-1042 ist nicht bestätigt. Das Zahlungsmodul fragt den Status von P-731 beim Anbieter ab und meldet ihn dem Bestellmodul, statt neu zu autorisieren.

  3. BewertenEine Alternative abwägen

    Soll der Fehlerpfad im selben Diagramm stehen oder in einem eigenen? Wäge ab.

    Lösung mit Begründung ansehen

    Im selben Diagramm bleibt der Zusammenhang sichtbar, es wird aber voller. Ein eigenes Diagramm bleibt lesbar, verlangt aber einen klaren Verweis auf die Stelle, an der der Pfad abzweigt.

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